Multiplex-Analyzer im Detail

Der Multiplex-Analyzer stellt eine Vielzahl von Analysemodellen der aktuellen Forschung zur Verfügung.  Insbesondere werden folgende Bewertungsalgorithem und Kenngrößen unterstützt:

Firmenprofil & Finanzkennzahlen

Tabellarische Darstellung der Finanzdaten (P&L, Bilanz, Cashflow), wichtiger Performance-Indikatoren sowie zugehöriger Kennzahlen und marktüblicher Bewertungsmultiplikatoren der letzten 10 Jahre.

Quartals-Updates auf das Ergebnis und Insideraktivitäten

  • Nettoergebnis-Prognose: Der Verlauf der neuesten Quartalsberichte wird dargestellt und liefert die Basis für die Bewertung des zukünftigen Nettoergebnis-Wachstums; dabei werden, falls verfügbar, auch Konsensschätzungen der Analysten berücksichtigt.
  • Analysten Konsensus Schätzung des Ergebnisses.
  • Kaufaktivitäten von Insidern: Überwacht Insiderkäufe der vergangenen 3 Monate und vergleicht diese mit den mittleren Kaufaktivitäten der letzten 4 Quartale.

Evaluation von Aktien nach bewährten Value-Investing-Methoden

Dafür werden die Strategien folgender Experten zur Verfügung gestellt:

  • Benjamin Graham – Altmeister des Value Investings: Bewertungssystem mit 8 Auswahlkriterien für defensive Investoren auf Basis von (Graham, 2009).
  • Chris H. Browne von Tweedy, Browne Company LLC: Gesundheitschecks von Aktien nach 5 quantitativen Value-Prinzipien auf Basis von (Browne, 2007).
  • Joel Greenblatt von Gotham Capital: Bewertungssystem für „gute“ Unternehmen nach Gewinnrendite und Kapitalrendite, wie in (Greenblatt, 2005) beschrieben.
  • Joseph Piotroski von der University of Chicago: 9 Kriterien aus den Bereichen Profitabilität, Finanzkraft und Wirtschaftlichkeit zur Identifikation finanzstarker Unternehmen und Berechnung des sogenannten F-Scores, beschrieben in (Piotroski, 2002).
  • Optional: Modifizieren Sie das das Value-Investing-Bewertungssystem nach Ihren Schwerpunkten direkt im Excel Template.

Bestimmung des intrinsischen Unternehmenswertes

In der Finanzanalyse existiert eine Vielzahl von Modell zur Bestimmung des Unternehmenswerts. Dabei wird eine der individuelle, marktgerechte
Kapitalkostensatz (WACC) in den Berechnungsmodellen berücksichtigt.
Da die einzelnen Verfahren unterschiedliche werteschaffende Quellen, verschiedene Vereinfachungen und Anpassungen anwenden, werden folgende Modelle zur Verfügung gestellt:   

  • Adjusted-Present-Value-Verfahren (APV): Discounted-Cash-Flow(DCF)-Verfahren mit transparenter Darstellung der Wertbeiträge eines Unternehmens und der Berücksichtigung von individuellen Steuereffekten, wie in (Ernst, 2010) beschrieben.
  • DCF-Phasenmodell mit Wachstumsannahmen über 20 Jahre und Diskontierung des Free Cashflows, beschrieben in (Ballwieser, 2007).
  • DCF-Phasenmodell mit Wachstumsannahmen über 10 Jahre und Multiplikatorverfahren für einen fiktiven anschließenden Verkaufswert, angewendet in (Pabrai, 2007).
  • DCF-Modell mit 4 Jahres-Projektion des Unternehmensergebnisses nach Steuer (NOPAT), definiert in (Ohlson, et al., 2012).
  • Discounted Dividends Modell (DDM): diskontiert die Dividenden-Flüsse als Basis des primären Wertgewinns eines Investors, wie in (Ohlson, et al., 2012) beschrieben.
  • Earnings Growth Modell (EGM), berücksichtigt residuale Gewinne und zukünftiges Wachstum bei der Berechnung des Unternehmenswerts wie in (Ohlson, et al., 2005) vorgestellt. Diese Methode ist auch unter dem Namen „Abnormal Earnings Growth“ AEG-Modell bekannt.
  • Earnings Power Value (EPV) – Prof. Bruce Greenwald, Columbia Business School: Methode zur Ermittlung der Ertragskraft eines Unternehmens ohne Berücksichtigung zukünftigen Wachstums. Der daraus ermittelte FCF wird dann diskontiert, wie in (Greenwald, et al., 2001) beschrieben.
  • Economic Profit Value – bewertet das Unternehmensergebnis nach Abzug aller Kosten für das eingesetzte Fremd- und Eigenkapital. Der Ansatz wurde zum Beispiel von Stern Stewart & Co. als Economic Value Added (EVA®) in (O’Byrne, 1996) veröffentlicht.
  • B. Grahams Intrinsic-Value-Verfahren: Multiplikationsverfahren, das Wachstum und Aktienrendite berücksichtigt, in (Graham, 2009) angewendet.
  • Adjusted Book Value (ABV) – Prof. Bruce Greenwald, Columbia Business School: Ansatz zu Reproduktionskosten eines Unternehmens, wie in (Greenwald, et al., 2001) vorgestellt.
  • Liquidationswert: Abschätzung des Marktpreises der Vermögenswerte abzüglich Fremdkapital, beschrieben in (Greenwald, et al., 2001).
  • Risk-Adjusted Intrinsic Value – Modell (RAIV): risikoangepasstes, analytisches Modell zur Berechnung des intrinsischen Unternehmenswerts mit gegenüber den oben genannten Einzelverfahren deutlich verbesserten Vorhersagegüte.

Aktien-Gesundheitscheck

Überprüfung der Finanzzahlen auf Anzeichen von Konkursrisiken und Gewinnmanipulationen. Dabei stehen für die Bestimmung der Konkurswahrscheinlichkeit über einen Horizont von einem Jahr folgende Methoden zur Verfügung:      

  • Altman Z-Score: Bestimmung der Konkurswahrscheinlichkeit auf Basis von Finanzzahlen, hier wird der überarbeitete Z-Score nach (Altman, et al., 2005) verwendet.
  • Ohlsons O-Score: 1980 veröffentlichte J. Ohlson sein auf Finanzzahlen basiertes Scoring-Modell, hier wird der überarbeitete O-Score nach (He, et al., 2005) verwendet.
  • CHS-Modell: Dieses von J. Campbell 2010 veröffentlichte Bewertungsmodell berücksichtigt neben Finanzzahlen auch Marktzahlen, wie in (Campbell, et al., 2010) beschrieben.
  • Beneish-Score: Die Berechnung der Wahrscheinlichkeit von Finanzmanipulationen erfolgt nach Prof. M. Beneishs Modell zum Erkennen von Gewinnmanipulationen, zuerst in (Beneish, 1999) veröffentlicht.
  • Bewertungsrisiken durch Rechnungsabgrenzungen (Accruals): Die Qualität der Unternehmenserträge können durch Accruals erheblich verzerrt bewertet werden. Das kann zu späteren Marktpreis-Korrekturen bzw. Investitionsrisiken führen; als Maß für dieses Bewertungsrisiko werden folgende Indikatoren zur Verfügung gestellt:
    • die „Accruals Ratio“ nach einem Ansatz von (Kraft, 2005)
    • „Percent Accruals Ratio“ beschrieben in (Hafzalla, 2011)

Marktpreisentwicklung in Relation zum Unternehmenswert

Der Kursverlauf der letzten 10 Jahre wird im Vergleich zur Entwicklung des intrinsischen Wertes grafisch dargestellt.

Sicherheitsmarge

Als eines der wesentlichen Elemente des Value Investings wird die Sicherheitsmarge – Margin of Safety (MOS). Wir stellen eine Berechnungsmethode der MOS mit Berücksichtigung des Marktrisikos (Yee, 2008) zur Verfügung, in der in einem Optionspreis-Ansatz folgende Risiken berücksichtigt werden:

  • Markt Risiko: in Form der Marktpreis-Volatilität.  
  • Informations-Risiken: neue Informationen können Bewertungsgrundladen verändern.
  • Konvergenz-Risiko: Unsicherheit steigt mit der Länge des Vorhersagezeitraums.
  • Modell für Kauf-, Halte- und Verkaufsschwellen.

Verlaufsdiagramme

  • Eine Vielzahl von Diagrammen wichtiger finanzieller Kennzahlen der letzten 10 Jahre.
  • Zusätzlich: Kennzahlen zur Preisvarianz der letzten 3, 12, 60, 120 Monate und Volatilität (Sigma) der letzten 3 Monate in übersichtlichen Balkendiagrammen.

Zusammenfassung der Analyse-Resultate

Flexibles Bewertungsmodell mit gewichtetem Punktesystem ausgewählter Value-Investing-Kennzahlen als Entscheidungshilfe beim Aktien-Screening.